Baustellen Königsstraße und Am Stern: Projektleiter Kröger: „Gleiskreuz ist Millimeterarbeit“

06.06.2018

Mit den Projekten „Stern“-Kreuzung und Königsstraße stehen in diesem Sommer zwei Großbaustellen an Kasseler Verkehrsknotenpunkten im Programm. Dabei bleibt die Kasseler Innenstadt trotzdem mit dem ÖPNV gut erreichbar. Bei dem heutigen Pressetermin stellten sie heute die Projekte vor (v.li.): Mike Heinemann, Thomas Kröger und Jürgen Rettig von der KVG, Alexander Wild von den City-Kaufleuten sowie Jens Herzbruch und Bakir Handzic von der Stadt Kassel (Foto: Schwab).

Bauen und Fahren mitten in und durch die Baustelle sowie ringsum


Kassel, 6. Juni 2018. Nur rund zwei Jahren seit dem Umbau der Rathauskreuzung stehen in diesem Sommer gleich zwei Großbaustellen bei der KVG auf dem Plan: Die Erneuerung von Schienen in der Königsstraße zwischen Hedwig- und Treppenstraße einschließlich Königsplatz sowie des Gleiskreuzes Am Stern. Insbesondere die Stern-Baustelle ist baulich wie verkehrlich ein außerordentlich komplexes Unterfangen und stellt alles in den Schatten, was die KVG in den vergangenen Jahren umgesetzt hat.  

 

Am Stern erneuert die KVG erstmals seit rund 20 Jahren das Gleiskreuz sowie 16 Weichen und rund 800 m Zwischen- und Anschlussgleise. Dabei unterteilt sie das Baufeld in einen östlichen und westlichen Abschnitt. „Die Arbeiten werden eine große Herausforderung für die Beschäftigten der Baufirmen. Da ist die Enge des Baufeldes und der fließende Bahn- und Busverkehr. Dies führt zu einer Trennung der Arbeits- von der Lagerfläche für Material und Gerät. Darüber hinaus verlangt das Einbringen des Gleiskreuzes höchste fachliche Sorgfalt und permanentes Qualitäts-management. Denn das Kreuz wird nicht, wie üblich, von der Mitte in alle vier Richtungen nach außen eingebaut, sondern mittig durchtrennt und in zwei Etappen je hälftig eingebracht. Das ist Millimeterarbeit“, erklärt KVG-Projektleiter Thomas Kröger. 

 

„Stern“ als neuralgischer ÖPNV-Punkt

Mit den beiden Sommerbaustellen sind umfangreiche Umleitungen und zahlreiche weitere verkehrliche Änderungen für Busse, Straßenbahnen und RegioTrams verbunden. Die Königsstraße wird vom 23. Juni bis 5. August für den Bahnverkehr komplett und anschließend bis zum 7. September in Richtung Rathaus montags bis samstags tagsüber gesperrt. Am Tag darauf heißt es mit Betriebsbeginn auch in der Königsstraße für alle Trams: „Bahn frei“. 

 

In der Kurt-Schumacher-Straße zeigt sich die ÖPNV-Führung während der Baustelle noch vielschichtiger, denn der „Stern“ gilt als neuralgischer ÖPNV-Punkt – verkehren hier doch sieben Straßenbahn-, zwei RegioTram- und sieben Buslinien. In den sechswöchigen Sommerferien fahren Straßenbahnen von fünf Linien in beiden Richtungen eingleisig ohne Halt „Am Stern“ durch die Baustelle. 

 

Möglich wird dies durch den Einbau von drei Kletterweichen am Lutherplatz, Altmarkt und am Holländischen Platz, die den Trams erlauben, zwischen dem ein- und dem zweigleisigen Betrieb zu wechseln. Dazu muss eine eigene Signalisierung installiert werden. Busse verkehren in Richtung Altmarkt ebenfalls durch die Baustelle. 

 

Nach drei Wochen wechseln die Arbeiter die Seite, und dies gilt auch für die Fahrwege der Busse und Bahnen. Dafür müssen die Auflegeweichen in der Nacht des 14. Juli umgebaut werden.  

 

Hintergrund für den Seitenwechsel ist, dass eine Komplettsperrung des „Stern“ für den ÖPNV nicht möglich gewesen wäre. Das Liniennetz hätte aus drei getrennten Teilen bestanden, die Trams hätten jeweils in Sackgassen geendet. Für die Fahrgäste hätte dies einen umständlichen Schienenersatzverkehr auf weiten Teilen des nördlichen Tramnetzes bedeutet. Zudem hätten die RegioTrams den KVG-Betriebshof  Sandershäuser Straße für ihre tägliche Wartung nicht mehr erreicht. So hat die KVG durch den eingleisigen Straßenbahnbetrieb in der Kurt-Schumacher-Straße und den Bus-Ringverkehr um die Innenstadt für die bestmögliche Erreichbarkeit der Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln trotz Baustelle gesorgt.

 

Trennung des Straßenbahnverkehrs mit Pendel

Ganz ohne Trennung geht es jedoch nicht: Die Bahnen aus der Holländischen Straße und nach Vellmar können bis zum 14. Juli nur bis zur Stern-Kreuzung fahren, anschließend und bis 5. August enden sie am Holländischen Platz. In diesen Zeiten pendeln insgesamt  sechs „gefangene“ Straßenbahnen der Linien 1 und 5 sowie für die Linie RT1 hin und her. 

 

In den ersten drei Wochen fahren die Bahnen frühmorgen und spätabends noch über den Lutherplatz zum KVG-Betriebshof Wilhelmshöhe und werden gegen frische Fahrzeuge getauscht. Ab dem 15. Juli bis 6. August ist dies nicht mehr möglich, weil die Gleise auf der östlichen Seite des „Stern“ erneuert werden. Dann bleiben die Trams in dieser Strecke, und die Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten für sie erfolgen auch dort.  

 

Parallel Arbeiten in der Oberen Königsstraße

Gemeinsam mit dem Gleisbau sind für die Sommerferien in der Oberen Königsstraße weitere umfangreiche Arbeiten geplant. Im Bereich der Galeria Kaufhof erneuert KASSELWASSER Kanäle, und die Stadt wird zwischen Königplatz und Fünffensterstraße mit der Erneuerung der Oberflächen beginnen. Für die Innenstadtbesucher bleibt trotzdem viel Platz zum Bummeln in der Fußgängerzone. Auch sind alle Geschäfte gut erreichbar.

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