Aufwertung der Wilhelmshöher Allee:

10.12.2018

Die Kooperationspartner freuen sich über den erfolgreichen Abschluss der Arbeiten zur Aufwertung der Wilhelmshöher Allee (v.l.n.r.): Alexander Siebert (Umwelt- und Gartenamt), Volker Mohr (Leiter Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz), Stadtbaurat Christof Nolda, Bruno Jerlitschka (KVG), Marion Fischer-Ebel (Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz), Regina Pudelko (Straßenverkehrs- und Tiefbauamt), Ludger Röken (Umwelt- und Gartenamt), Dr. Anja Starick (Leiterin Umwelt- und Gartenamt). © Harry Soremski

Pünktlich zum Jahresende konnte die gestalterische Aufwertung der Wilhelmshöher nach insgesamt rund drei Jahren Planungs- und Bauzeit erfolgreich abgeschlossen werden. Die Wilhelmshöher Allee als Stadtstraße und verbindende Magistrale zwischen dem UNESCO Weltkulturerbe Bergpark und der Kasseler Innenstadt wurde 2015 als Premiumprojekt im Jahr in das Städtebauförderungsprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ des Bundes aufgenommen. Mit Abschluss der Umgestaltung präsentiert sie sich nunmehr als 4,7km langes „grünes Band“, das die historische Einheit beider Standorte innerhalb des Stadtbildes in besonderer Weise neu erlebbar macht.

 

Um dies zu erreichen, wurde die Strecke zwischen Brüder-Grimm-Platz und Freiherr-vom-Stein-Straße als Rasengleis angelegt. Als barocke Reminiszenz wurden dessen Ränder mit einer Schnitthecke bepflanzt. Um den Allee-Charakter zu vervollständigen, wurden zahlreiche neue Bäume gepflanzt. Vorhandene Baumstandorte wurden saniert. Der Einbau von Rasengleisen war auch für die Kasseler Verkehrsbetriebe eine Besonderheit, so Bruno Jerlitschka, Leiter des Bereichs Planung in Infrastruktur der KVG: „Automatisch bewässerte Rasengleise gibt es erst in wenigen deutschen ÖPNV-Städten. Deshalb war dieses Projekt für uns etwas Besonderes, weil wir so neue Erfahrungen mit diesem System sammeln können.“

 

Ein einheitliches Möblierungskonzept ergänzt und optimiert das Gesamtkonzept und verbessert gleichzeitig die Aufenthaltsqualitäten in den Stadtteilen Mitte, Wehlheiden, West und Bad Wilhelmshöhe.

 

Stadtbaurat Christof Nolda äußerte sich zum Abschluss der Maßnahme zufrieden über das Ergebnis und den Verlauf des Projektes: “Unser Ziel war es, die Wilhelmshöher Allee als ausgewiesene Pufferzone des UNESCO-Welterbes Bergpark Wilhelmshöhe in ihrer axialen Wirkung städtebaulich, denkmalpflegerisch wie grüngestalterisch zu stärken und sie als verbindendes grünes Band zwischen Bergpark und Innenstadt erlebbar zu machen. Darüber hinaus sehen wir die Maßnahme als einen wichtigen Beitrag zur grünen Baukultur in Kassel. Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnen städtische Grünräume und ihre Funktion als grüne Infrastruktur weiter an Bedeutung.“
Insbesondere die Alleebäume mit ihrer verschattenden Wirkung entfalten in diesem Zusammenhang eine nachhaltig positive stadtklimatische Wirkung und erhöhen gleichzeitig die Aufenthalts- und Nutzungsqualität.


Die engagierte Unterstützung der Ortsbeiräte Mitte, Wehlheiden, West und Bad Wilhelmshöhe zeigt, dass die Wilhelmshöher Allee in den öffentlichen Fokus gerückt ist und die beendete Fördermaßnahme weiterhin Anstoß zur Weiterentwicklung bieten kann, wie z. B. die Aufwertung der Gehweg- und Gebäudevorflächen.

 

Abschließend sprach Stadtbaurat Christof Nolda allen am Projekt beteiligten Anerkennung und Dank aus. „Großprojekte dieser Art sind stets eine fachliche und logistische Herausforderung. In diesem Falle wurde sie hervorragend gemeistert. Der Jahrhundertsommer mit seiner langen Hitze- und Trockenperiode forderte außerdem insbesondere den ausführenden Firmen vieles ab. Auch die Anwohner haben die Arbeiten mit Geduld und Aufmerksamkeit begleitet. Auch dafür gelte es Dank zu sagen,“ so der Stadtbaurat.

 

„Derzeit bestehen gute Aussichten, über das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ die jetzt vollzogene Aufwertung der Wilhelmshöher Allee mit der Neugestaltung des Brüder Grimm-Platzes zu komplettieren. Damit würde dann der Schlussstein dieser Stadtentwicklungsmaßnahmen gesetzt, an die sich auf der anderen Seite die Neugestaltung der Königsstraße anschließt “, so Stadtbaurat Nolda abschließend. 

 

Die Maßnahmen im Einzelnen:

 

• Die KVG hat zwischen Brüder-Grimm-Platz und Wehlheider Platz die Straßenbahngleise erneuert und im Auftrag der Stadt den Einbau eines automatischen Bewässerungssystems für ein dauerhaft begrüntes Rasengleis fertiggestellt. Damit werden seit 2017 insgesamt 9.000 m² automatisch bewässert.

 

• Dazu wurden Bewässerungsmatten verlegt, deren Wasserzuleitung zentral und automatisch durch ein Steuerungssystem geregelt wird. Durch die Wasserspeicherkapazität des Bewässerungsvlieses wird das Wasser direkt an den Wurzelbereich des aufzubringenden Rasens abgegeben. Hierbei kann gegenüber konventionellen Beregnungsanlagen bis zu 70 Prozent Wasser eingespart werden. Im trockenen und heißen Sommer 2018 hat sich die automatische Bewässerung für jeden sichtbar bereits bewährt.

 

• Im weiteren Verlauf zwischen Wehlheider Platz und Freiherr-vom-Stein-Straße wurden die Gleise noch nicht ausgetauscht. Daher wurde auf diesem Teilabschnitt ein konventionell bewässertes Rasengleis auf einer Fläche von 4.000 m² hergestellt.

 

• Parallel wurden auf den Gleisnebentrassen 10.400 Hainbuchen als Hecken gepflanzt, die das grüne Band flankieren und den Straßenraum optisch gliedern sollen. Das entspricht einer Länge von ca. 3 km.

 

• Die Allee aus Lindenbäumen ist das wichtigste und prägnanteste Grünelement der Wilhelmshöher Allee. Nach historischem Vorbild wurde sie auf den vorgegebenen Baumachsen durch Baumpflanzung ergänzt oder als komplette Abschnitte wiederhergestellt. Insgesamt konnten so 190 Bäume gepflanzt werden. Zwei Lindenarten wurden verwendet: die Sommer-Linde und die Winter-Linde. Sie wurden in Abschnitten nach dem zur Verfügung stehenden Platzangebot entsprechend ihrer Wuchsform gepflanzt. Weitere Auswahlkriterien sind Klimaverträglichkeit und Eignung als Stadtbaum mit hoher Stresstoleranz. Die Pflanzung von drei Lindensorten verringert zugleich das Risiko, dass bei einem späteren Ausfall einer Sorte die gesamte Allee davon betroffen wäre.

 

• Zur Sanierung des Baumbestandes zählen Pflege, Ersatzpflanzung und Umbau der bestehenden Baumscheiben. Linden benötigen für ein artgerechtes Wachstum möglichst wasser- und luftdurchlässige Baumscheiben. Insbesondere im mittleren Abschnitt der Allee sind die Baumscheiben zwischen überwiegend asphaltierten Längsparkplätzen so gering dimensioniert, dass die Bäume starke Schäden aufweisen. Ihre Lebensbedingungen wurden durch Erneuerung der Einfassung und Vergrößerung der Baumscheiben verbessert.

 

• Zur Ergänzung der „grünen“ Maßnahmen wurden 80 neue KVG-Stahlmasten mit Kletterpflanzen versehen.

 

• Zu der Gesamtmaßnahme gehört auch ein Ausstattungskonzept, auf dessen Basis Möblierungsstandorte identifiziert und aufgewertet wurden und nun ein durchgängiger Möblierungstyp für ein mit der Allee zu verbindendes Public Design sorgt. Im Ergebnis wurden 17 Sitzbänke installiert, 44 Fahrradbügel und 47 Abfallbehälter ausgetauscht.

 

• Stellplatzbilanz: Gemäß Stadtverordnetenbeschluss vom 11.07.2016 dürfen in der Gesamtmaßnahme 35 Stellplätze entlang der Wilhelmshöher Allee entfallen. Durch sparsamen Umgang und entsprechender Aufteilung der zur Verfügung stehenden Flächen sind infolge der Baumpflanzungen lediglich 23 Stellplätze auf der gesamten Länge der Allee entfallen.

NVV-ServiceTelefon: 0800 - 939 - 0800 (gebührenfrei)
KVG