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OB und KVG-Vorstand informieren Stadtverordnete über „Tram Harleshausen“

Aufsichtsrat gibt grünes Licht für 40 neue Bahnen der KVG

Kassel, 16. Juli 2021. Über Details der Machbarkeitsstudie „Tram Harleshausen“ und die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) informierte Oberbürgermeister Christian Geselle am gestrigen Nachmittag Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen und politischen Parteien der Kasseler Stadtverordnetenversammlung.

Gemeinsam mit den Vorständen der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG), Dr. Michael Maxelon und Dr. Olaf Hornfeck, führte Geselle aus, dass die Machbarkeitsstudie grundsätzlich zu einem positiven Ergebnis kam. Demnach kann die Trasse durch Rothenditmold nach Harleshausen baulich und technisch realisiert werden. Jedoch führte die NKU zu der Einschätzung, dass der Ausbau nach den aktuell gültigen Bewertungskriterien von Bund und Land als derzeit nicht förderfähig gilt.

„Das bedeutet aber nicht gleichzeitig das Aus für die Tramstrecke nach Harleshausen“, betonte Geselle. „Wir sind zuversichtlich, dass die Voraussetzungen für die Fördermöglichkeiten durch die Bundes- und Landespolitik schon im kommenden Jahr deutlich verbessert werden und wir dieses Großprojekt verwirklichen können.“ Es habe ihn gefreut und in seiner Haltung nochmals bestärkt, dass am vergangenen Wochenende viele Anwohnerinnen und Anwohner aus Rothenditmold und Harleshausen sowie ÖPNV-Befürworter seine Pläne zur Verwirklichung der Tramstrecke öffentlich begrüßt haben, erklärte der Oberbürgermeister.

Eine Kurzversion der Machbarkeitsstudie ist auf der Internetseite der KVG unter https://www.kvg.de/unternehmen/nahverkehrsplan/ einsehbar.

Bis zu 40 neue Bahnen für die KVG

Während in punkto Tram Harleshausen die Ampeln für die KVG vorübergehend auf Rot stehen, freut sich das kommunale Unternehmen über grünes Licht an anderer Stelle. Bereits am Dienstag, 13. Juli, hat der Aufsichtsrat der KVG in seiner Sitzung den Weg frei gemacht für die Beschaffung von bis zu 40 neuen Niederflurstraßenbahnen mit einem Investitionsvolumen von etwa 130 Millionen Euro.

Oberbürgermeister und KVG-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Geselle sagte: „Mit diesem Beschluss stellen wir weitere Weichen für eine nachhaltige und klimafreundliche Entwicklung des ÖPNV in Kassel.“

Die Beschaffung soll als europaweite Ausschreibung von zunächst 22 Triebwagen plus zwei Optionen für weitere acht und zehn Fahrzeuge erfolgen. Bestellt werden können demnach die ersten 22 noch im laufenden Jahr. Mit der Bestellung der weiteren acht Bahnen ist im Jahr 2024 zu rechnen. Wiederum zwei Jahre später kann die zweite Option für nochmals zehn Bahnen eingelöst werden.

Von der Anlieferung des ersten Prototyps bis zum Fahrgastbetrieb dauert es etwa sechs Monate. In dieser Phase werden die Fahrzeuge auf einwandfreie Funktionalität geprüft und die notwendigen Systemtest zur Zulassung vorgenommen.

Nach dem grundsätzlichen Beschluss des Aufsichtsrates besteht der nächste konkrete Schritt in einer Vergabeentscheidung des Gremiums, sobald der KVG die Angebote der Hersteller für die bis zu 40 Bahnen vorliegen und von ihr geprüft worden sind.

Zum Fuhrpark der KVG gehören aktuell 78 Straßenbahnen. Die ältesten stammen aus dem Jahr 1986, die jüngsten von Anfang der 2010-er Jahre.