Die aktuelle Untersuchung des ADAC zur Barrierefreiheit von Haltestellen in zehn deutschen Städten bescheinigt dem Kasseler Nahverkehr eine insgesamt gute Ausgangsbasis. Besonders bei wichtigen Ausstattungsmerkmalen für blinde und sehbehinderte Menschen erzielt Kassel überdurchschnittlich gute Ergebnisse und zeigt, dass die kontinuierlichen Investitionen in eine inklusive Mobilität Wirkung entfalten.
Was wurde untersucht?
Für die Studie wurden in Kassel fünf Haltestellen mit insgesamt elf Haltesteigen untersucht. Dabei konnten alle getesteten Haltestellen mit einer klaren Kennzeichnung der Einstiegspositionen für blinde Fahrgäste überzeugen. Diese wurden laut ADAC zudem zuverlässig angefahren. Auch Leitstreifen zur Orientierung sowie Infotaster für akustische Fahrgastinformationen waren an sämtlichen untersuchten Standorten vorhanden. Positiv bewertet wurde darüber hinaus die gute Nutzbarkeit der Haltestellen für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen.
Wo liegen die Stärken des Kasseler Nahverkehrs?
Die Untersuchung zeigt insbesondere bei den Orientierungshilfen für blinde und sehbehinderte Menschen sehr gute Ergebnisse. Die durchgängige Ausstattung mit Leitstreifen und akustischen Informationsangeboten sowie die zuverlässige Anfahrt der gekennzeichneten Einstiegsbereiche tragen wesentlich dazu bei, den öffentlichen Nahverkehr barrierearm nutzbar zu machen.
Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?
Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass Barrierefreiheit im öffentlichen Raum eine Gemeinschaftsaufgabe bleibt. Verbesserungsbedarf sieht der ADAC vor allem bei einzelnen Fahrbahnquerungen im Umfeld von Haltestellen sowie bei der weiteren Optimierung der Einstiegssituation zwischen Fahrzeug und Haltesteig. „Die Ergebnisse der ADAC-Studie bestätigen, dass wir beim barrierefreien Ausbau unserer Infrastruktur bereits viel erreicht haben. Insbesondere die sehr guten Bewertungen bei den Orientierungshilfen für blinde und sehbehinderte Fahrgäste zeigen, dass unsere Maßnahmen wirken. Gleichzeitig nehmen wir die aufgezeigten Verbesserungspotenziale sehr ernst. Barrierefreiheit ist kein abgeschlossener Zustand, sondern ein kontinuierlicher Prozess, an dem wir gemeinsam mit unseren Aufgabenträgern und Partnern konsequent weiterarbeiten“, sagt Michael Schröder, Vorstand der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG.
Wie gestaltet die KVG Mobilität für alle Menschen?
Die KVG verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, den öffentlichen Nahverkehr für alle Menschen möglichst selbstbestimmt und komfortabel nutzbar zu gestalten. Neben barrierefrei ausgebauten Haltestellen gehören dazu moderne, auf die Haltestellen abgestimmte Fahrzeuge, akustische und visuelle Fahrgastinformationen sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Infrastruktur.
Was bedeutet das Ergebnis für die Zukunft?
Die Ergebnisse der ADAC-Studie unterstreichen, dass Kassel bei zentralen Anforderungen an einen barrierefreien ÖPNV bereits gut aufgestellt ist. Zugleich liefern sie wichtige Hinweise für weitere Verbesserungen, damit die Nutzung von Bus und Tram für alle Menschen künftig noch einfacher wird. Barrierefreiheit bleibt damit ein wesentlicher Baustein für eine moderne Mobilität, die allen Menschen in der Region Kassel eine selbstbestimmte Teilhabe ermöglicht.