Umweltaktivitäten der KVG

 

UITP und VDV rufen zu Klimaaktivitäten auf

Am 23. September 2014 fand der Klimagipfel in New York statt. 126 Staats- und Regierungschefs folgten der Einladung des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moons, um Möglichkeiten zu besprechen, den UN-Klimagipfel in Paris in 2015 entscheidend voran zu treiben und entsprechende Abkommen im Vorfeld zu besprechen.

 

Um ganz sicher unter einer globalen Erwärmung von zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung zu bleiben, bedarf es mehr als der bisherigen politischen Anstrengungen. Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) empfahl einen Pakt zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Dass die Klimadiplomatie das Problem allein in den Griff bekommt, ist offenkundig unwahrscheinlich.

 

Deswegen werden neue Ansätze ins Spiel gebracht. Wird z.B. in eine klimafreundliche Infrastruktur investiert, wie etwa in Nahverkehrsnetze oder erneuerbare Energien, würden diese Investitionen zu einem klimafreundlichen Wachstum beitragen.

 

Vor diesem Hintergrund wurden im Vorfeld des Gipfels die Verkehrsunternehmen aufgerufen, ihren Beitrag zum Klimaschutz aufzuzeigen. Die UITP (International Association of Public Transport), dessen Verbandsmitglied der VDV (Verband deutscher Verkehrsunternehmen) ist, sammelte alle diese Daten und veröffentlichte diese in einem Bericht, der in New York vorgestellt wurde. Dabei präsentierte die UITP einen Vorstoß, den Marktanteil des ÖPNV bis 2025 zu verdoppeln. Wird dieses Ziel erreicht, würden weltweit - so die Initiatoren - 550 Mill. Tonnen CO2 eingespart.

 

Denn schon heute leben 54 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Der Zuzug in die Städte in Kombination mit der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung und den damit zu erwartenden steigenden Energieverbräuchen wird die Emissionsausstöße bis 2030 um 50 Prozent steigen lassen.

 

Es erklärt sich von selbst, dass bei einer solchen Entwicklung die vereinbarte 2-Grad-Marke nicht gehalten werden kann.

 

Dieses Szenario ist auch der Politik bekannt. So erklärte die Umweltministerin Hendricks auf dem UN-Gipfel, zusätzliche Maßnahmen zu erarbeiten, damit Deutschland die Klimaziele erreicht. Dieses Klimaschutzpaket soll Deutschland helfen, bis 2020 seine Emissionen, gemessen an 1990, um 40 Prozent senken. Skepsis ist angebracht, denn die Bundesregierung könnte das Ziel verfehlen, weil durch die Energiewende wieder deutlich mehr CO2 ausgestoßen wird.

 

Deswegen setzt die UITP auf den Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur und Klimaschutzmaßnahmen im lokalen Sektor. UITP Generalsekretär Alain Flausch betonte in einer Pressemitteilung, dass die lokalen ÖPNV-Akteure gefordert sind, die Politik zu unterstützen. Insgesamt 110 Mitglieder des Verbandes unterschieben die Deklaration, eine davon ist die KVG. In einer ausführlichen Stellungnahme meldete die KVG ihre Klimaschutzanstrengungen und trug mit ihrem Beitrag zu einer beeindruckenden Bilanz bei.

 

Der Textbeitrag der KVG

Die KVG ist ein lokales Nahverkehrsunternehmen und organisiert, koordiniert und bedient im Auftrag der Stadt Kassel mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal den Öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet Kassel. Darüber hinaus verantwortet die KVG gemeinsam mit der Hessischen Landesbahn GmbH im Rahmen des Partnerunternehmens RegioTram Gesellschaft mbH (RTG) den Betrieb mit RegioTram-Zügen im Netz der Deutschen Bahn und ihrem eigenen Netz in der Stadt Kassel auf vier Linien im nordhessischen Umland. Über 48 Millionen Fahrgäste sind jährlich mit den 71 Bussen, 85 Straßenbahnen und 28 RegioTrams unterwegs. Das Streckennetz der KVG umfasste 2013 im Trambereich 3,8 Mio. und im Busbereich 3,4 Mio. Fahrplankilometer. Die RegioTrams schlugen 2013 mit knapp 3,0 Mio. Fahrplankilometern zu Buche.

 

2007 war die KVG das erste deutsche Nahverkehrsunternehmen, das ausschließlich mit Naturstrom aus Wasserkraft fuhr. 2010 war die KVG wiederum das erste Nahverkehrsunternehmen, welches die Fahrleistungen ihrer kompletten Flotte klimaneutral stellte. Seit 2012 ist das gesamte Unternehmen klimaneutral und als solches vom TÜV Nord zertifiziert worden. Bis dato ist die KVG das einzige ÖPNV- Unternehmen in Deutschland, dass dieses Ziel erreicht hat. Die jährlichen Emissionen belaufen sich auf knapp 20.000 Tonnen CO2e.

 

Diese Summe enthält nicht nur die Werte für die Bus- und Tramfahren im Kasseler Stadtgebiet, dem Stammgebiet der KVG, sondern auch die Fahrten der RegioTrams im Netz der Deutschen Bahn, die der Straßenbahnen im Kasseler Umland sowie die von der KVG beauftragten Bus-Subunternehmer. Hinzukommen die rund 450 Fahrzeugen der KVV-Gruppe. Besonders wenige Emissionen fallen bei den elektrifizierten Fahrzeugen im Streckennetz der KVG an, da sie seit 2007 mit klimaneutralem Naturstrom aus Wasserkraft versorgt werden. Diese Mengen werden aus der zu neutralisierenden Gesamtemissionsmenge herausgerechnet. Somit reduziert sich in beiden Jahren die Summe der Gesamtemissionen um den Anteil "Naturstrom" von rund 20.000 Tonnen auf knapp 11.000 Tonnen CO2e. Für diese Menge fördert die KVG Klimaprojekte.

 

Klimaneutralstellung ist allerdings nur ein Baustein der Gesamtstrategie. Das Unternehmen hat eine Vielzahl weiterer umweltschonender Maßnahmen implementiert. So sind rund dreiviertel der Busse mit Rußpartikelfiltern ausgestattet und mehr als ein Drittel von ihnen verfügt über ein weiter verbessertes Verfahren zur Abgasreinigung. Dadurch fahren diese Dieselfahrzeuge genauso umweltschonend wie ein Erdgasbus. Das Schaltgetriebe TopoDyn sorgt für einen wirtschaftlichen Fahrbetrieb. Des Weiteren nehmen alle Fahrer an Trainingskursen zum kraftstoffsparenden Fahren teil.

 

Weitere Beispiele sind die Ausstattung der Betriebshöfe und Konzerngebäude mit PV-Anlagen sowie der Einsatz von LED Leuchten. Letztere Maßnahme erbringt in den nächsten 20 Jahren eine Ersparnis von 1.920 Tonnen CO2e.

 

Bereits in der Umsetzung und Erprobung ist der die KVG betreffende Teil des multimodalen Mobilitätskonzepts FREE (Freizeit- und Eventverkehre mit intermodal buchbaren Elektrofahrzeugen), das den Nutzern erlauben soll, sich ohne eigens Auto in Kassel zu bewegen. Das Angebot ermöglicht dem Nutzer, ÖPNV sowie E-Pkws und/oder E-Fahrräder aus dem Carsharing-Pool beliebig miteinander kombinierbar zu nutzen, um sein Ziel zu erreichen. Speziell dazu wird die KVG bis zu 20 E-Pkws anschaffen. Die Schwesterfirma Städtische Werke AG stellt die nötige Infrastruktur zum Aufladen der Batterien zur Verfügung. Bestandteil dieses Projektes ist auch der Einsatz von elektrischen Werkstattfahrzeugen und eines E-Busses der bereits seit 2013 im Linienbetrieb eingesetzt wird.

 

Intern sind Mitarbeiter aufgefordert, firmeneigene E-Fahrräder (Pedelecs) zu nutzen bzw. von dem Fahrradverleihsystem „Konrad“ Gebrauch zu machen. Zudem wird bei der Anschaffung neuer Pkw der eigenen Flotte auf den CO2-Ausstoß geachtet.

 

NVV-Servicetelefon: 0800 - 939 - 0800 (gebührenfrei)
KVG