Von der Dampfbahn zur Niederflurtechnik

Die historischen Meilensteine der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft im Überblick

1877 bis 1900

1877
Beginn des öffentlichen Nahverkehrs in Kassel. Kassels erste Dampfbahn der Firma Cassel Tramway Company Limited fährt zwischen Königsplatz und Wilhelmshöhe.

1884

Die Aktiengesellschaft "Casseler Stadteisenbahn" eröffnet zwei Pferdebahnlinien.

1900
Der Ausbau des Grundnetzes für die Strassenbahn in der Stadt ist beendet.

1900 bis 1950

1903
Die Herkulesbahn, als Bahn für den Kohletransport konzipiert, befördert am 27. April erstmals Fahrgäste auf der Strecke vom Palmenbad zum Herkules.

1914

Erster Einsatz von Frauen als Schaffnerinnen und später auch als Fahrerinnen, bedingt durch den 1. Weltkrieg.

1928

Gründung der "Kasseler Omnibus Gesellschaft" (KOG) am 15 Januar

1936

Die Strassenbahn fährt durch den "Freiheiter Durchbruch".

1939

Die "Kasseler Verkehrs-Gesellschaft Aktiengesellschaft" wird am 16 Juni durch Zusammenlegung der "Grosse Casseler Strassenbahn" und der KOG gegründet.

1944

Eröffnung eines O-Busbetriebes (Oberleitungsbus) zwischen Kirchditmold und Harleshausen.

1945
Strassenbahnen rollen im April wieder durch die kriegszerstörte Stadt.

1950 bis 1970

1955

Inbetriebnahme des ersten vierachsigen Gelenktriebwagens (Wg 260) zur Bundesgartenschau, geliefert von der Firma Credé.

1960

Einführung des Einmannbetriebes (ohne Schaffner) auf allen Omnibuslinien, ab 1963 auch in den Strassenbahnen.

1962

Einstellung des O-Busbetriebes.

1966

Herkulesbahn wird am 11. April endgültig eingestellt und durch Omnibusse ersetzt.

1968

Kassels erste Tunnelstrecke am Hauptbahnhof geht am 1. Februar in Betrieb.

1969

Der erste MAN-Standardlinienbus kommt zum Einsatz.

1970 bis 1990

1972

Gründung der Verkehrsgemeinschaft Kassel zur grossräumigen Verkehrsplanung und Vereinheitlichung der Tarifstruktur.

1980

Der KVG-Aufsichtsrat beschliesst am 7. Mai nach langen und heftigen Bürgerprotesten, dass die Strecke Bebelplatz-Hessenschanze und Weserspitze-Wolfsanger nicht stillgelegt werden.

1981

Inbetriebnahme der 16 Strassenbahnwagen (N8C) und beendigung des planmässigen Einsatzes der zweiachsigen Trieb- und Beiwagen.

1982

Einführung des Flächenzonentarifs

1984

Fertigstellung des 1979 begonnenen Um- und Erweiterungsbaues des Strassenbahnbetriebshofes Wilhelmshöhe.

1985

Einführung des Anpassungsnetzes.

1987

Das neue Kundenzentrum am Königsplatz wird am 17. September eröffnet. Die Nachtschwärmerbusse gehen am 8. August erstmal auf Linie.

1989

Die KVG führt die Sesamkarte in.

1990

Die ersten Niederflur-Strassenbahnen treffen im Oktober in Kassel ein.

1990 bis 2000

1991
Die KVG erweitert und erneuert den Omnibusbetriebshof in der Sandershäuser Strasse.

1992
Niederflur-Omnibusse werden im Testbetrieb bei der KVG eingesetzt. Eröffnung der neuen Strassenbahnstrecke zwischen Walther-Schücking-Platz und Helleböhn am 28. November

1994

Der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) wird am 13. Juli gegründet. Entwicklung des Formsteines "Kasseler Sonderbord" gemeinsam mit der Firma Profilbeton.

Linieneinsatz der ersten 10 Neoplan-Niederflur-Omnibusse.

1995
Die Strassenbahn-Neubaustrecke von Kassel nach Baunatal-Grossenritte wird am 27. Mai eingeweiht.

Die KVG beginnt am 18. November mit dem 3. Bauabschnitt der Helleböhn-Strecke zwischen Heinrich-Schütz-Allee und Heinrich-Plett-Strasse.

1996
Umbau der Rathauskreuzung einschliesslich der Haltestellen.Gründung der Kasseler Verkehrs-Consulting GmbH

1997
Das erste Treffen des KVG-Forums findet am 18. Februar statt.
Die KVG wird am 21. Juni 100 Jahre alt.
Baubeginn der Lossebahn von Kassel nach Hessisch Lichtenau am 27. Juni.

2000 bis 2010

2007

Seit Oktober fahren sämtliche Straßenbahnen sowie die RegioTrams im Stadtgebiet Kassel mit Strom aus Wasserkraft.

2008

Ein Drehkreuz entsteht: Im August beginnt der Umbau der bisherigen Endhaltestelle Holländische Straße zur Wendeschleife. Ab hier soll später die Linie 1 nach Vellmar verlängert werden

2009

Im Januar 2009 wird die neue Wendeschleife in Betrieb genommen, am 4. Mai erfolgt der Spatenstich für die neue Tramtrasse. Im April testet die KVG einen Hybridbus, unter anderem im Bergpark, im Oktober werden die RegioTram-Haltestellen im Kasseler Hauptbahnhof mit elektronischen Fahrplananzeigern (DFI) ausgestattet.

2010 - heute

2010
22. Juni: Als erstes Nahverkehrsunternehmen in Deutschland stellt die KVG ihre gesamte Busflotte und die ihrer Subunternehmer CO2-neutral. Damit ist Kassel bundesweit die erste deutsche Stadt mit einem klimaneutralen ÖPNV

2012

Während der Documenta testet die KVG einen Elektrobus von Solaris auf einem Teil der Documenta-Linie d13. Nachdem die wichtigsten Kasseler Haltestellen mit DFI ausgestattet sind, erhalten jetzt die Trassen nach Baunatal und durch das Lossetal die elektronischen Fahrplananzeiger. Am 7. Dezember wird die neue KVG-Homepage freigeschaltet. Sie löst nach rund siebenjähriger Dienstzeit ihre Vorgängerin ab.

2013

Im März ist nach der Zustimmung der Kasseler Stadtverordnetenversammlung der Weg für die neue RegioTram-Betriebsgesellschaft frei: Das neue Partnerunternehmen von KVG AG und HLB GmbH wird als RTG mbH (RegioTram-Gesellschaft) gegründet. Der NVV hatte im März 2012 nach europaweiter Ausschreiben der neuen Betreibergesellschaft den Zuschlag erteilt. Am 15. Dezember tritt die RTG die Nachfolge der RTB mbH offiziell an. Mit ihren rund 100 Mitarbeitern ist die RTG verantwortlich für den Betrieb auf allen vier RT-Linien. Die RBK GmbH bleibt Eigentümerin der 28 RegioCitadis-Züge.

 

Ein gelungener Kraftakt: Diese Bilanz zieht die KVG nach dem Hessentag vom 14. bis 23. Juni. Mit mehr als 1,8 Millionen Gästen brach das Landesfest in Kassel alle bisherigen Besucherrekorde und mit über als 1,2 Millionen fuhren mehr als jemals zuvor mit dem ÖPNV. In diesen zehn Tagen beförderte die KVG somit doppelt so viele Fahrgäste wie sonst.

 

Im November rollt auf einem Tieflader ein Straßenbahn-Beiwagen in den Betriebshof Wilhelmshöhe. Die KVG wird den von den Rostocker Verkehrsbetrieben gekauften Anhänger technisch umrüsten und anschließend testen. Auslöser sind steigende Fahrgastzahlen: Allein im Jahr 2012 waren mehr als 43,5 Millionen Menschen mit der KVG unterwegs, auf den Strecken durch das Lossetal und nach Baunatal weitere rund 2,2 Millionen Fahrgäste. Anhänger bieten die Chance, die Platzkapazitäten zu vertretbaren Betriebskosten und mit vergleichsweise geringen Änderungen der Infrastruktur zu erhöhen.

 

Mehr Kapazität ohne höhere Kosten: Dieses Prinzip gilt auch für Tram-Doppeltraktionen, die der Fahrplanwechsel im Dezember mit sich bringt. Etwa bei jeder zweiten Fahrt sind auf der Linie 1 jetzt gekuppelte Bahnen unterwegs. 

2014

Im Juli 2014 ändert die KVG nach vielen Jahren ihr Konzept der Fahrscheinprüfung. Die Mitarbeiter sind von nun an in  kleineren Teams unterwegs und dadurch präsenter, zudem steigt die Zahl der Kontrollen, und sie sind weniger berechenbar. Dadurch erhofft sich die KVG geringe Einnahmeverlust durch das so genannte Schwarzfahren. Die werden auf jährlich bis zu 2 Millionen Euro beziffert.

Im Oktober eröffnet die KVG ihr umgebautes und modernes Kundenzentrum in der Kurfürsten-Galerie.

 

Adieu N8C: Mit dem Verkauf von 14 Bahnen des Typs N8C nach Polen endet die Kasseler Hochflurbahn-Ära. Nur noch 6 von ihnen bleiben in Kassel, werden aber nicht mehr im regulären Linienverkehr eingesetzt. Im gleichen Jahr übergibt die KVG ihre Oldtimerfahrzeuge als Dauerleihgabe an  das Technik Museum Kassel (TMK). Einen Zuwachs erhält die RT-Werkstatt im Betriebshof Sandershäuser Straße: Die KVG übernimmt zusätzliche Leistungen von der DB und ist von jetzt an für die Wartung und Instandhaltung aller 28 RegioCitadis-Züge zuständig. 

2015

Im Februar 2015 fahren erstmals drei neue viertürige Busse auf den Linien der KVG. Weiter 10 SG-und 13 Solobusse sollen in den folgenden beiden Jahren hinzu kommen.

 

Die Menschen mitnehmen. Am 4. Juli beginnt die Bürgerbeteiligung für die Liniennetzreform der KVG mit einer Veranstaltung auf dem Kasseler Friedrichsplatz. Zeitgleich schaltete das Unternehmen auf seiner Homepage die Seiten „Kasseler Linien“ frei, über die ebenfalls Änderungswünsche übermittelt werden können. Zahlreiche weitere Angebote zur Beteiligung und Information folgen. Die Liniennetzreform soll 2017 umgesetzt werden als ein Teil des Konsolidierungsprojektes „mobil4kassel – KVG 2020“. Auslöser dafür waren im Jahr 2012 der prognostizierte deutlich höhere Zuschussbedarf. Die Stadt Kassel hatte daraufhin der KVG auferlegt, diesen Bedarf zu begrenzen.

 

Ein weitflächig neues Gesicht erhalten die Straßenräume in der Friedrich-Ebert-Straße, an der Friedenskirche und rings um die Haltestelle Kirche Kirchditmold. Dafür wird im Sommer die Friedrich-Ebert-Straße 7 Wochen lang für den Verkehr gesperrt.

 

Roll-out für Nummer drei: Jetzt hat die KVG drei 6ENGTw-Bahnen rundum saniert. In der Retrofit-Projekt sind insgesamt 15 Niederflurbahnen von 1991 und 1996 einbezogen. Im Unterschied zu anderen ÖPNV-Unternehmen leistet die KVG den Löwenanteil der Arbeiten selbst. Mit dem Kauf von 4 weiteren gebrauchten Beiwagen erhöht die KVG ihren Bestand auf 14. Nach der technischen Umrüstung sollen die ersten von ihnen 2016/2017 im Linienverkehr eingesetzt werden. 

2016

Nach rund 20 Jahren wechselt die KVG im August/September den größten Teil der Gleisanlage in der Kasseler Rathauskreuzung. Auch die etwa 30 Jahre alten Gleise in der Wilhelmshöher Allee bis Einmündung Adolfstraße/Königstor werden erneuert. Hier wird im Herbst ein Rasengleis eingebaut, dass – Kasseler Premiere - Sensor gesteuert bewässert wird. 

Erstellt von: Pressestelle der KVG

NVV-Servicetelefon: 0800 - 939 - 0800 (gebührenfrei)
KVG