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„Schwarzfahren“ wird ab 1. August teurer

22.06.2015

Die Grafik bezieht sich auf das noch aktuelle EBE von 40 Euro in Deutschland

Kassel, 19. Juni 2015. Nachdem Bundesverkehrsminister Dobrinth mit einer Verordnung die Anhebung des bundesweit einheitlichen Erhöhten Beförderungsentgeltes (EBE) von 40 auf 60 Euro ab dem 1. Juli in Kraft gesetzt hat, müssen Schwarzfahrer in den Bussen und Bahnen der KVG ab dem 1. August mehr zahlen. Die KVG schließt sich damit der Stichtagsregelung an, die der NVV mit den hiesigen Verkehrsunternehmen abgestimmt hat und die mit Veröffentlichung in den Beförderungsbestimmungen des NVV gilt.

 

„Wir begrüßen diese von allen Nahverkehrsunternehmen seit Jahren geforderte Erhöhung, weil wir uns davon eine deutlich bessere Abschreckung versprechen“, erklärt Dr. Thorsten Ebert, Vorstand der KVG AG. Ziel sei es nicht in erster Linie, mehr EBE-Einnahmen zu erhalten, „sondern die Schwarzfahrerquote wesentlich zu senken.“ Davon erhoffe sich die KVG mehr Ticketeinnahmen, vor allem aber sei dies ein positives Signal an die zahlenden Fahrgäste. In Deutschland gilt das Fahren ohne gültigen Fahrschein in Bussen und Bahnen als Straftat der „Leistungserschleichung“, die bis zur Gefängnisstrafe reichen kann.

 

Bei ihren Anstrengungen gegen Schwarzfahrer hatte die KVG vor rund einem Jahr ihr Prüfkonzept geändert. Seitdem sind kleinere Teams von Fahrausweisprüfern im Liniennetz unterwegs, die kontrollierten Linien und die Einsatzzeiten wechseln häufiger. Durch diesen höheren Überraschungseffekt können sich Schwarzfahrer wesentlich schwerer auf die Fahrausweisprüfungen einstellen und ihnen ausweichen. Gleichwohl wird dieses Konzept flexibel gestaltet: Die Zweier-Teams werden gelegentlich zu größeren Gruppen zusammengestellt und können dann gleichzeitig an allen Türen einer Straßenbahn mit der Prüfung beginnen, um das Aussteigen von Schwarzfahrern zu verhindern. Ergänzend gibt es in unregelmäßigen Abständen so genannte Schwerpunktkontrollen gemeinsam von KVG und Kasseler Polizei, bei der ebenfalls die Tickets sämtlicher Fahrgäste geprüft werden.

 

Die Änderung des Konzepts hat in diesem ersten Jahr bereits Erfolge gezeigt: Die Zahl der überprüften Fahrgäste stieg um mehr als 25 Prozent auf insgesamt etwa 650.000. Dabei sank die rechnerische Schwarzfahrerquote wie erwartet leicht, weil die Zahl der ermittelten Fahrten ohne gültiges Ticket in etwa gleich blieb. So blieben auch die Einnahmen aus dem EBE mit gut 200.000 Euro unverändert, zumal nur ein Teil der festgestellten Personen diese Zahlung leistet. Gleichzeitig ist ein leichter Trend zur häufigeren Nutzung von Einzelfahrkarten zu erkennen, „wir führen diese Entwicklung auf den stärkeren Prüfdruck zurück“, so Dr. Ebert.

 

Wenn das EBE ab dem 1. August von bisher 40 Euro auf 60 Euro steigt und sich die übrigen Parameter nicht ändern, rechnet die KVG mit jährlichen Mehrerlösen von wenigstens 150.000 Euro aufgrund eines doppelten Effekts: Steigende EBE-Einnahmen und mehr Ticketverkäufe aufgrund der abschreckenden Wirkung.  

NVV-Servicetelefon: 0800 - 939 - 0800 (gebührenfrei)
KVG