Neue Trams für die KVG: Mit Nummer 22 schließt sich der Kreis

12.07.2013

Ein Ausnahmefoto von der Anlieferung, es entstand am 18. März: Wegen unaufschiebbarer Gleisbauarbeiten in der Einfahrt zum Betriebshof Wilhelmshöhe konnte der Tieflader die in dieser Nach angelieferte Bahn, anders als alle übrigen, nicht direkt auf das KVG-Gelände fahren. Stattdessen musste die Tram bereits auf der Wilhelmshöher Allee abgesetzt werden. Die letzte der 22 neuen Niederflurbahnen, die die KVG in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli erwartet, wird wieder im Betriebshof den Tieflader verlassen (Foto: KVG AG / Dr. Menzel).

Nach 21 Erfahrungen sind die Mitarbeiter der KVG bereits routiniert. Dennoch warten sie gespannt auf den 18. Juli. An diesem Donnerstag, frühestens gegen 23.30 Uhr, wird die letzte der 22 neuen Straßenbahnen im KVG-Betriebshof Wilhelmshöhe eintreffen.

Damit schließt sich der Kreis. Der begann mit der Anlieferung des ersten Wagens, Nummer 651, am 25. November 2011 aus dem Werk des Herstellers Bombardier im sächsischen Bautzen.

 

Die KVG hatte im Februar 2010 bei dem Herstellerkonsortium Bombardier/Vossloh Kiepe zunächst 18 neue Niederflurstraßenbahnen bestellt und rund zwei Jahre später die bereits bei Vertragsabschluss vereinbarte Option von vier weiteren Fahrzeugen gezogen.

 

Der Gesamtwert der Bahnen vom Typ Flexity Classic erhöhte sich damit auf rund 55 Millionen Euro. Weil das Land Hessen Neubeschaffungen im ÖPNV nicht mehr bezuschusst, finanziert die KVG diese Summe vollständig selbst.

 

Zuletzt hatte das Kasseler Nachverkehrsunternehmen 1999 und 2003 insgesamt 32 neue Niederflurfahrzeuge in den Linienbetrieb gestellt.

Die 22 „Jüngsten“ haben seit ihrer schrittweisen Inbetriebnahme ab Frühjahr 2012 jetzt die meisten der 22 Hochflurbahnen der KVG der Baujahre 1981 bis 1986 abgelöst, die betriebsbereit abgestellt sind. Lediglich sechs Hochflurtrams werden als „eiserne Reserve“ bleiben, die übrigen sollen im kommenden Jahr verkauft werden.

Drei Monate Inbetriebnahme für die erste neue Bahn

Bisher fahren 21 der 22 neuesten Trams im Liniennetz. Die letzte wird sich voraussichtlich etwa eine Woche nach ihrer Ankunft in Kassel dazu gesellen. Denn anders als bei einem Privat-Fahrzeug müssen jene im ÖPNV vor Beginn des so genannten Fahrgastbetriebes umfangreichen Prüfungen unterzogen werden.

 

Zahlreiche Nachweise sind ebenfalls erforderlich. Dazu gehören etwa die Sicht- und Funktionskontrolle sämtlicher Fahrzeugsysteme, Einstellungen an elektrischen und mechanischen Komponenten und die Ergänzung der Betriebsstoffe wie Schmiermittel, Sand und Wasser zum Beispiel.

 

Den Abschluss bildet die Probefahrt im Liniennetz, bei der auf einem gesperrten Streckenabschnitt die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen aller Bremssysteme vorgenommen werden. Der Inbetriebnahmeprozess der ersten neuen Bahn hatte noch rund drei Monate gedauert, weil für die Typzulassung der Fahrzeugserie zahlreiche Tests im gesamten Streckennetz und somit einschließlich der EBO-Trassen im Lossetal und nach Baunatal, erforderlich waren.

Auch die jüngste der „Neuen“ wird per Tieflader von Bautzen nach Kassel geschickt. Die Verantwortlichen der Spedition UTM Universal Tramsport GmbH aus Eisenhüttenstadt gehen davon aus, dass der fast 40 m lange und 3 m breite Sattelzug in der Nacht von Donnerstag, 18. Juli, auf Freitag, 19. Juli, zwischen  23.30 Uhr und 1.00 Uhr die Anschlussstelle Kassel-Niederzwehren der A49 erreichen wird. Seine Route führt ihn von dort über die Frankfurter-, die Altenbaunaer- und die Oberzwehrener Straße zur Heinrich-Schütz-Allee, in die Baunsbergstraße und die Wilhelmshöher Allee zum KVG-Betriebshof Wilhelmshöhe.

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