Neue Promenade: Stadtraum für Anwohner zurückgewonnen

11.10.2013

Ein völlig neues und attraktives Gesicht erhalten hat der Straßenzug Goethe- und Germaniastraße durch den Umbau zu einer Promenade. „Dadurch ist eine ganz neue Aufenthaltsqualität im Quartier entstanden“, sagte Kassels Oberbürgermeister Bertram  Hilgen am Freitagnachmittag, als die neue Promenade eingeweiht wurde. „Das intensive Engagement der Anlieger und Geschäftsleute bei der Planung und während der Bauzeit hat zum Erfolg dieses Projektes wesentlich beigetragen.“ Stadtbaurat Christof Nolda erklärte: „Die Promenade und die zwei neuen Plätze sind zurückgewonnener Stadtraum für die Anwohner und die Stadtöffentlichkeit. Der Straßenzug ist heute ein hochwertiger urbaner Lebensraum in zentraler Stadtlage.“


Mit der Neugestaltung der Goethe- und Germaniastraße wurde aber nicht nur die Aufenthaltsqualität für Anwohner, Geschäftsleute  und deren Kunden deutlich erhöht. Der Umbau der Straße hat auch die Situation für die Verkehrsteilnehmer verbessert und  gerade für Fußgänger und Radfahrer die Sicherheit erhöht.

 

Radfahrer auf der Goethestraße können ab sofort im Abschnitt zwischen Reginastraße und Murhardstraße die neue Promenade in beiden Fahrtrichtungen als attraktive und sichere Verbindung nutzen. An der Murhardstraße steht bei Bedarf der neue signalisierte Überweg zur Verfügung, um die Goethestraße sicher zu queren. Zusätzlich können Radfahrer in diesem Streckenabschnitt in der Fahrtrichtung stadteinwärts auch den am Fahrbahnrand markierten Schutzstreifen befahren, so dass hier zwei Fahralternativen möglich sind.


Insgesamt ist der Straßenzug mit den neuen beidseitigen Schutzstreifen in der Germaniastraße und der oberen Goethestraße ein wichtiger weiterer Schritt zur durchgängigen Sicherung des Radverkehrs im Kasseler Straßennetz. Mit dem Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße wird diese radverkehrsgerechte Netzplanung fortgesetzt. Und an der Kreuzung Goethestraße/Querallee kann jetzt die durch die Baumaßnahmen bisher nicht verfügbare „Konrad-Station“ des attraktiven Kasseler Fahrradverleihsystems in Betrieb genommen werden.


Für Fußgänger bieten drei neue, signalisierte und barrierefreie Überwege mehr Sicherheit im Quartier – insbesondere für Kinder auf dem Weg zur Schule. Ein neuer Überweg quert die Germaniastraße an der Herkulesstraße, ein weiterer quert die Goethestraße am Abzweig der Germaniastraße und ein dritter quert die Goethestraße an der Murhardstraße.


Gleichzeitig geht die völlig neu hergestellte Bushaltestelle „Goethestraße“ wieder in beiden Fahrtrichtungen in Betrieb. Die bisher noch bestehende Umleitung der Buslinien 25 und 27 wird damit auch in der Fahrtrichtung „Bebelplatz“ aufgehoben. Den Fahrgästen steht ab Montag erstmalig an diesem Standort eine barrierefrei und kundengerecht ausgestattete Bushaltestelle zur Verfügung.


Ab Montag, 14. Oktober, sind dann im bisherigen Baustellenbereich Goethestraße/Germaniastraße auch alle Straßen wieder frei befahrbar. Auch der Kreuzungsbereich Goethestraße / Reginastraße / Olgastraße ist ab dann wieder für den Verkehr freigegeben.


Gemeinsam mit den örtlichen Geschäftsleuten und Anliegern haben Vertreter der Stadt Kassel und der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG (KVG) am Freitag, 11. Oktober, die Fertigstellung der Goethe- und Germaniastraße und die Einweihung der neuen Promenade gefeiert. Die mit der gemeinsamen Einweihungsfeier zum Ausdruck kommende Kooperation von Stadt und Anliegern ist für Oberbürgermeister Bertram Hilgen ein wertvolles Ergebnis des Bauprojektes.
 

Gleichzeitig lobte der Oberbürgermeister die gute Zusammenarbeit aller Baubeteiligten: Stadt, KVG, Städtische Werke und KASSELWASSER während der zweijährigen Bauzeit. Eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten sei der viermonatige Fahrbahn- und Gleisbau im vergangenen Jahr gewesen,  sagte Stadtbaurat Nolda. So wurde der der motorisierte Verkehr in der Goethestraße vollständig auf der südlichen Straßenseite gebündelt. Dies erst habe den Raum für die jetzt fertig gestellte neue Promenade auf der nördlichen Straßenseite geschaffen. Nolda: „Der Straßenzug Goethestraße / Germaniastraße ist mit seinen verkehrlichen Verbesserungen zu einer hochwertigen, in den Stadtraum integrierten Straße für alle Verkehrsteilnehmer geworden.“

Hintergrund:

In nur zwei Jahren Bauzeit haben die Stadt Kassel und die KVG gemeinsam mit KASSELWASSER, der Städtischen Werke Netz + Service GmbH und der Städtische Werke Energie + Wärme GmbH die Goethe- und Germaniastraße zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Herkulesstraße ausgebaut.


Baustart des Straßenzugs Goethestraße/Germaniastraße war im Juli 2011. In umfangreichen Arbeiten der verschiedenen beteiligten Bauherren wurden auf 750 Meter Straßenlänge neue Kanäle gebaut, Fernwärmeleitungen ergänzt und das Wasser-, Gas- und Stromleitungsnetz umfassend erneuert.


Der barrierefreie Neubau der Tram- und der Bushaltestelle Goethestraße, die Signalisierung des früheren Gefahrenpunktes „Kreuzung Goethestraße/Querallee“, drei zusätzliche signalisierte Überwege und durchgängige Radverkehrsanlagen vervollständigen die umfassende Bilanz des barrierefreien Straßenausbaus. Anliegern und Kunden stehen nach der Fertigstellung wieder 214 Stellplätze im Ausbaubereich zur Verfügung – nahezu die gleiche Zahl wie vor dem Umbau. Nur noch wenige Restarbeiten sind zu erledigen, die in den nächsten Wochen abgeschlossen werden.


Mit der Planung und Bauleitung hat die Stadt Kassel die drei Büros SHP Ingenieure, Hannover, PLF – Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum, Kassel und Ingenieurbüro Oppermann, Vellmar beauftragt. Die Büros haben gemeinsam mit den Bauherren auch das Projekt koordiniert.


Der Ausbau der Goethe- und Germaniastraße wird über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und das Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“ von der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Hessen, der Stadt Kassel und der KVG sowie durch Straßenbeiträge der Anlieger finanziert. Die Kosten des Straßen- und Gleisbaus betragen rund 9,7 Mio. Euro


Bereits parallel zu den Arbeiten in Goethe- und Germaniastraße haben im März 2013 die Arbeiten im anschließenden Abschnitt der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Ständeplatz begonnen. Nach der „Promenade Goethestraße“ soll hier bis Ende 2015 der „Boulevard Friedrich-Ebert-Straße“ entstehen.

 

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