Mobil in Kassel

14.10.2013

Ralf Gude, Dr. Thorsten Ebert, Vorstand der KVG, und Horst Gude zeigen, wie leicht die Gäste des Hotels Gude in Zukunft mit den Carsharing-Angeboten und dem ÖPNV in Kassel umweltfreundlich mobil sein können. (Bild Andreas Fischer, Rechte KVG)

Die KVG hat bei der traditionsreichen Kasseler Institution Hotel Gude den ersten E-Mobilpunkt in der nordhessischen Metropole eröffnet. Im direkten Umfeld einer Tram-Haltestelle stehen ab heute Gästen des Hotels zwei Elektroautos, eine Ladesäule und Pedelecs zur Verfügung. Im Rahmen des Förderprojektes FREE wollen die beiden Partner gemeinsam mit den Unternehmen


"E-Bikes mieten und mehr" und den Städtischen Werken ein Angebot schaffen, das aus einer Hand  umweltfreundliche, umfassende und vor allem komfortabel und einfach zu nutzende Mobilität schafft.

 

Die Idee dahinter ist einfach: Gäste der Stadt Kassel können bei der Anreise getrost auf den eigenen Pkw verzichten, da ihnen vor Ort ein dichtes, komfortables Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr und nunmehr auch ergänzende Carsharing-Angebote mit Elektroautos und Pedelecs für die wenigen Wege zur Verfügung stehen, für die der ÖPNV nicht die bessere Alternative ist.


Das Konzept

Die KVG möchte im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) geförderten Projekts FREE (Freizeit- und Eventverkehre mit intermodal buchbaren Elektrofahrzeugen) bis zu 18 batteriebetriebene Fahrzeuge aus einem Carsharing-Pool als Ergänzung zum Linienverkehr mit Trams und Bussen in die Angebotspalette integrieren.


Eigentümer der E-Fahrzeuge ist die KVG. Ein Dienstleister übernimmt die Verwaltung der Fahrzeugflotte und deren Integration in ein Carsharing-System. Gelegenheitsnutzer des ÖPNV, die in der Freizeit Wege erledigen möchten, für die es kaum ÖPNV-Angebote gibt, können die Fahrzeuge bequem und einfach im Hotel  buchen – ohne Mitglied eines Carsharing-Anbieters zu sein.


Die Hotels werden Kunde beim Carsharing-Partner der KVG und stellen ihren Gästen die Fahrzeuge bei Bedarf zur Verfügung. Um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, sollen auch andere Carsharing-Nutzer die Fahrzeuge buchen können. Eine Erweiterung des Geschäftsmodells auf andere institutionelle Anbieter, wie Arbeitgeber oder Wohnungsbaugesellschaften, ist für die Zukunft vorgesehen. Langfristig sollen die Carsharing-Angebote auf einer im Projekt FREE zu entwickelnden, gemeinsamen Buchungsplattform beziehungsweise über eine entsprechende Schnittstelle buchbar sein. Schematisch lassen sich die angedachten Abläufe wie folgt beschreiben:

  • der Kunde erhält im Hotel oder über eine Buchungsplattform Zugang zum Carsharing-Angebot
  • das Auto wird über die Buchungsplattform durch oder an der Rezeption für den Kunden gebucht
  • die Rezeption prüft den Führerschein und weist den Kunden ein
  • der Carsharing-Partner erstellt im Hintergrund die Fahrtabrechnung, so dass diese beim Auschecken auf der Hotelrechnung erscheint
  • das Hotel vereinnahmt die Gebühren mit der Hotelrechnung
  • der Carsharing-Partner verrechnet Kosten und Einnahmen mit dem Hotel und der KVG

Das Projekt FREE

Zur Hälfte finanziert werden Fahrzeuge, Ladesäulen und Entwicklungsarbeit über das Förderprojekt FREE, das vom BMVBS unterstützt und durch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH) koordiniert wird.


Im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung geförderten Forschungsprojekts FREE wird die KVG gemeinsam mit den Städtischen Werken und weiteren nordhessischen Partnern in den nächsten zweieinhalb Jahren untersuchen, wie elektrobetriebene Verkehrsmittel sinnvoll in ein umweltfreundliches und nachhaltiges Mobilitätskonzept integriert werden können, wie neue, verkehrsmittelübergreifende Verkehrskonzepte vermarktet werden sollen und wie Stadt und Menschen von diesem kundenfreundlichen Ansatz profitieren können. Die Fördergelder werden genutzt, um neue, umweltfreundliche Mobilitätsangebote in Kassel zu etablieren, Vermarktungsstrategien zu entwickeln und damit auch die Marktposition des Öffentlichen Personennahverkehrs zu stärken.


Warum entwickelt die KVG multimodale Verkehrskonzepte?

Ausgehend von der Überlegung, dass der Besitz eines Autos viele Menschen davon abhält, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, möchte die KVG den Menschen der Stadt und Region sowie den Gästen die Möglichkeit bieten, sich ohne eigenes Auto in Kassel zu bewegen und ihnen damit den Schritt in öffentliche Verkehrsmittel erleichtern. Für 90 Prozent aller Wege in dieser Stadt bieten Busse und Trams das bequemste, schnellste und kostengünstigste Angebot. Und für die verbleibenden 10 Prozent will die KVG jetzt, vom Bund gefördert, eine clevere Alternative bieten: Ein in das ÖPNV-Angebot integriertes Carsharing-Angebot, das heißt, ÖPNV-Nutzer erhalten durch die KVG einen unkomplizierten Zugang zu einem Pkw, wenn sie denn einen benötigen. Allerdings entsprechend dem Selbstverständnis der KVG als nachhaltiger und umweltfreundlicher Dienstleister natürlich elektrisch und damit lokal emissionsfrei. Nicht zuletzt möchte die KVG neue Produkte, neue Tarife, attraktive Tickets und eine einheitliche Kundenplattform entwickeln.

Ziel ist, den Kunden in Zukunft für alle Wege unter der Marke KVG umweltfreundliche, clevere Mobilität aus einer Hand zu bieten.

NVV-Servicetelefon: 0800 - 939 - 0800 (gebührenfrei)
KVG